Von einem der auszog, ein Visionär zu werden

Apple Vision Pro im Test

von

MacPomm-Mitglied mit Tüte in der Hand, in der die neu erworbene Apple Vision Pro steckt.
„Willst Du eine mitnehmen?“ Ja, ich will, denn die Demo im Apple Store hat mich überzeugt. Und schon ist man stolzer Besitzer einer Apple Vision Pro.

Vorsicht mit künstlicher Intelligenz. Als ich auf dem Weg nach Hamburg „Leo AI“, das KI-Modell im Browser Brave, frage, was er mir zur Apple Vision Pro berichten könne, ist die überraschende Antwort: „Die Apple Vision Pro ist ein fiktives Produkt, das nicht existiert. Es gibt keine offiziellen Informationen von Apple über ein solches Produkt.“

Da ist es beruhigend, eine Terminbestätigung vom Apple Store für eine Vorführung des vor einem Jahr auf den Markt gekommenen Mixed-Reality-Headsets zu haben. Ja, ich will mir ein eigenes Bild von Apples neuester Produktkategorie machen, nachdem ich soviel zu Für und Wider gelesen habe. Noch während der Fahrt erreicht mich noch einmal die Benachrichtigung „Deine Apple Vision Pro Demo ist heute um 17:30 Uhr.“ Wir haben vorher beim AppleTalk@MacPomm, dem virtuellen Stammtisch verabredet, dass ich die Runde per Nachrichten auf dem Laufenden halte – so poste ich also diesen Zwischenstand.

Screenshot einer Antwort von Leo AI zur Apple Vision Pro
Nicht ganz auf der Höhe der Zeit: Antwort von Leo AI auf die Frage nach der Apple Vision Pro am 25. Februar 2025.

Intuitiv: Drei Gesten und die Augen genügen

Spätestens in Sichtweite des Apple Stores am Jungfernstieg macht sich doch ein gewissen Aufregung bemerkbar. Wird das mit den Brillengläsern wirklich klappen? Vorsichtshalber habe ich mir die aktuellen Werte vom Optiker meines Vertrauens aufschreiben lassen.

Diese Mühe war umsonst. Das Team des Apple Stores nimmt mich in Empfang und als erste Amtshandlung meine Brille weg. Binnen weniger Sekunden ist sie vermessen und die Werte an die Kollegen im Service übermittelt. Ich bin offenbar nicht der Einzige, der die Visioon Pro probieren will, aber die Wartezeit vergeht beim Fachsimpeln mit meinem persönlichen Betreuer Rahman über Apple einst und heute wie im Fluge. Ja, es haben sich ein paar Dinge entwickelt, seit ich 1995 meinen ersten Mac – Performa 475, 20 MB Arbeitsspeicher, 250 MB Festplatte – (ebenfalls in Hamburg) gekauft hatte.

Ach ja, die Einweisung. Rahman zeigt mir die drei wichtigen Gesten für die Bedienung – Daumen und Zeigenfinger sind die „Macher“. Ansonsten: „Schau einfach darauf, was Du machen willst.“

Arbeitsplatz unter den Palmen von Bora Bora

Und dann ist sie da – meine „Test-Vision Pro“. Kurze Irritation, weil der Stromanschluss nicht richtig sitzt, aber dann startet sie, und ich erkunde eine neue Welt. VisionOS, das erste räumliche Betriebssystem der Welt, hilft mit auf den ersten Schritten: Meine Inserts, also meine individuellen Brillengläser, werden verbunden und ich lerne in ein paar Sekunden, mit den Augen die Objekte zu fokussieren, mit denen ich interagieren will. Ob Südsee-Feeling am Strand von Bora Bora, auf dem Mond – so viel Platz hatte ich noch auf keinem Bildschirm! Die Mail-App nach links oder lieber rechts? Den Browser in die Mitte und Excel im Rücken.

Ich bewege mich in Panoramaaufnahmen, sitze Probe im ersten Kino, in dem ich während der Vorstellung beliebig oft den Platz wechseln kann: Parkett vorn, lieber Mitte oder hinten? Darf es doch vielleicht die Loge sein? Beim Testlauf mit Keyote fühle ich mich fast wie Steve Jobs, als ich auf das vituelle Auditorium im weiten Theaterrund blicke.

MacPomm-Anwender mit der Apple Vision auf dem Kopf
Unboxing @ Home: Die Apple Vision wird ausgepackt. Noch fehlen die eigenen Zeiss-Gläser…

Apple Vision Pro – „One more – amazing – thing!“

Zum Finale immersives Video. Ich soll im Film sein?! Rahman warnt mich vor: „Wenn Du Höhenangst hast, mach einfach die Augen zu.“ Und schon schwebe ich über einem schwindelerregenden Abgrund – eine Frau balanciert auf einem Seil darüber. Aber als mich der Basketball scheinbar mitten ins Gesicht trifft, zucke ich doch zusammen. Rahman grient.

Ich schaue und staune. Offenbar ein akuter Fall von „Visionitis“… „Willst Du eine mitnehmen?“ Auf jeden Fall! Ich beende den Flugmodus und informiere im Channel AppleTalk@MacPomm über meine Entscheidung. Spontane Glückwünsche.

Beim digitalen Ausfüllen des Finanzierungsvertrages (0 % über zwölf Monate) kommt mir einmal mehr Steve Jobs in den Sinn. Was hätte der Apple-Gründer, der am 24. Februar 70 Jahre alt geworden wäre, über das Produkt gedacht? Ich bin sicher, es hätte seinen hohen Ansprüchen genügt: „One more – amazing – thing!“