Reko-Mac: Flotte Oldies dank SSD

Weihnachts-Basteleien

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Zwei Mac minis, ein MacBook Pro und ein PowerBook.
Wieder fit: Zwei Mac minis, ein MacBook Pro und ein PowerBook haben ein SSD-Upgrade erhalten.

MacPomm, die Apple-Anwendergruppe im Norden, pflegt eine große Sammlung historischer Hardware. Das Ziel ist, die Schätzchen – vom Original-Mac 128k bis zum Intel-Laptop – möglichst betriebsbereit zu halten, damit sie bei Ausstellungen nicht nur anzuschauen, sondern auch auszuprobieren sind. Auch stellt MacPomm Geräte für andere Projekte, etwa als Ausstattung für Filmaufnahmen, zur Verfügung.

Doch die Geräte altern. Ein neuralgischer Punkt sind die Festplatten. Da hilft auf Dauer nur eins: Austauschen!

Zwischen den Weihnachtsessen und Familientreffen wurden einige „Reko-Macs“ fertig. „Reko“ steht für Rekonstruktion und war in der ehemaligen DDR eine Notlösung, um dem Materialmangel abzuhelfen. So wurden damals manche Lokomotiven derart gründlich rekonstruiert, dass nur noch das Nummerschild vom Original übring blieb.

Ganz so umfassend war das Reko-Programm von MacPomm nicht. Auf dem Plan standen ein PowerBook G4 von 2003 mit 12-Zoll-Display, ein Mac mini der 2. Generation, ebenfalls mit G4-Prozessor, ein MacBook Pro der Pre-Unibody-Ära sowie ein Mac-mini-Server von 2010.

PowerBook und Mac mini mit G4-Chip

Beide G4-Geräte waren herausfordernd: Beim PowerBook löste sich nicht nur der Stecker für den Einschalter vom Board, sondern gleich der ganze Kontakt. Gut, dass die Apple-Anwendergruppe im Norden auch über Löt-Experten verfügt, die solche Verletzungen heilen können. Der Zusammenbau mit der SSD war hingegen fast ein Kinderspiel – gekrönt von der Installation des Betriebssystems Sorbet Leopard – alias 10.5.9, das sich selbst mit 1,25 GB Arbeitsspeicher noch gut bedienen lässt. Dank des Browsers Aquafox ist die mehr als 20 Jahre alte Masschine sogar wieder im Internet unterwegs.

Der Mac mini Ende 2005 gibt zunächst Rätsel auf: Die auf dem Gehäuse aufgedruckten Modellnummern passen in kein Schema. Wurden tatsächlich in „Nord- und Süd-Amerika und Taiwan“ andere Geräte verkauft als im Rest der Welt? Mit einigem Knobeln und Durchforsten der Apple Service Source findet sich die korrekte Anleitung. So erhält auch dieser Rechner an Stelle der 40 GB kleinen Festplatte eine 250 GB fassende IDE-SSD. Sie entstand – wie auch der Ersatzdatenträger für das PowerBook – durch Einbau einer vergleichswesie preiswerten mSATA-SSD in ein IDE-Adaptergehäuse. Voila, auch der Mac mini bekommt ein Sorbet Leopard samt Aquafox installiert und kann nun mit 1 GB RAM noch hoffentlich viele Jahre im Einsatz sein.

Ein teilweise zerlegter Mac mini G4.
Vorstoß in unbekannte Tiefen: Das Innere des Mac mini G4.

Spende vom Mac-Treff Münchnen saniert

Als harter Brocken erweist sich auch das MacBook von 2008, eine Spende des Mac-Treffs München. Nachdem das Gerät mit einer Kingston-SSD bestückt wurde, verweigert es komplett den Dienst und verkündet durch eine Dreiklang beim Einschalten, dass angeblich der Arbeitsspeicher nicht in Ordnung ist. Des Rätsels Lösung: Mit einer Samsung-SSD verschwinden die Probleme. So kann auch dieses Laptop in die Sammlung als „betriebsfähig“ aufgenommen werden, bestückt mit mac OS 10.11.6 und Windows 8.1.

Der letzte Patient ist ein als Server angebotener Mac mini von 2010. Im Gegensatz zum normalen Mac mini hat er kein optisches Laufwerk, sondern zwei Festplatten eingebaut. Sie werden gegen zwei 1 Terabyte fassende SSD getauscht – eine aufwändige Operation, für die der kleine Rechner komplett zerlegt werden muss. Mit dieser Rekonstruktion – 16 GB RAM kommen dazu – ist der Computer allerdings zu schade für den Museumsbestand, sondern kann – wir erinnern uns an das Thema Rekonstruktion – noch weitere Jahre als Server für MacPomm seinen Dienst versehen.

Alle Arbeiten werden im eigenen Bug-Tracker Mantis dokumentiert, auf den alle Interessierten zugreifen können. Wer im Reparatur-Team mitmachen möchte, ist bei MacPomm, der Apple-Anwendergruppe im Norden, natürlich herzlich willkommen!