Der Mann, der Apple war – Happy Birthday Steve Jobs

Erinnerung an eine persönliche Begegnung

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Steve Jobs auf der Bühne der Keynote 2002 in Paris
MacPomm-Anwender konnten ihn live erleben: Steve Jobs auf der Bühne bei der Keynote 2002 in Paris.

„Incredible!“ „Amazing!“ „The best in the World!“ Wenn er auf der Bühne stand, war Steve Jobs nie um Superlative verlegen. Kein Zweifel: Apple war seine Firma. Ihre Produkte waren seine Schöpfung.

Heute wäre Steve Jobs 70 Jahre alt geworden. Er starb jedoch am schon am 5. Oktober 2011 an Krebs.

Nur einen Tag zuvor hatte er ein neues iPhone präsentiert – bereits gezeichnet von der tödlichen Krankheit. Es war das „4S“ mit dem inzwischen allgegenwärtigen Sprachassistenten Siri. Natürlich einmal mehr ein „Breakthrough“.

MacPomm bei der Macworld in Paris

Seine Auftritte auf den Macworld-Messen waren legendär. Mitglieder von MacPomm, der Apple-Anwendergruppe im Norden, pilgerten 2002 nach Paris, um aus Jobs’ Mund die Neuheiten in der Apple-Welt zu erfahren. Jede Keynote war ein Hochamt, und die Gemeinde immer in der Hoffnung auf das „One more thing“, mit dem er eine weitere Überraschung aus dem Hut zauberte.

MacPomm-Mitglieder auf der Macworld-Messe 2022 in Paris.
MacPomm-Mitglieder auf der Macworld-Messe 2022 in Paris.

Steve Jobs – der Magier der Keynotes

Ja, Jobs war ein Magier, der Menschen verzaubern konnte. Seine Präsentationen werden in Moderatorenschulungen als beispielgebend vorgeführt. Viele haben versucht, seinen Stil zu kopieren – und sind meist kläglich gescheitert. Jeans und schwarzer Rolli machen eben nicht aus jedem einen Steve Jobs.

Der Mann, der Apple verkörperte, wuchs als Adoptivkind im kalifornischen Cupertino auf. Sein Studium brach er nach sechs Monaten ab, ging zwecks Selbstfindung auf Pilgerreise nach Indien und gründete schließlich am 1. April 1976 zusammen mit Steve Wozniak und Ronald Wayne Apple Computer. In der Garage seiner Eltern entstand der Apple I – der erste Knaller.

Mit dem 1984 vorgestellten Macintosh landete er den zweiten Treffer, um kurz darauf vor die Tür von Apple gesetzt zu werden. Sein nächstes Projekt – mit dem bezeichnenden Namen „NeXT“ – war eine offenkundige Trotzreaktion auf den Rauswurf. Ja, Jobs konnte grob sein – zu Mitarbeitern wie zur eigenen Familie, etwa seiner Tochter Lisa.

Das war die Keynote 2002 in Paris

Apple – seine größte Liebe und Herausforderung

Jobs suchte die Herausforderung: Die Pixar Animation Studios revolutionierten unter seiner Führung mit Filmen wie „Toy Story“ und „Findet Nemo“ die Animationsindustrie.

Doch seine größte Liebe war Apple. Als die Firma ins Straucheln geriet, kehrte er im September samt NeXT zurück – zunächst als „iCEO“, das „i“ stand für „Interim“. Doch aus der befristeten Stellung wurde 2000 eine endgültige, die er erst im August 2011 endgültig aufgab. Da hatte er Apple unter dem Motto „Think Different!“ mit dem iMac aus der Krise geführt.

Einmal mehr hatte er sich bei der radikalen Umstrukturierung als „harter Hund“ erwiesen. Was vor seinen Augen keine Gnade fand, wie etwa der innovative digitale Assistent Newton, wurde aussortiert. Doch ebnete nicht eben diese Rosskur den Weg für innovative Produkte wie iPod, iPhone und iPad? Das Betriebssystem NeXTstep wurde die Grundlage von MacOS X und iOS.

Ein Visionär lernt das Team schätzen

Der Visionär, der kompromisslos auf dem perfekten Ergebnis bestand und nie mit weniger zufrieden war, tat sich schwer als Teamplayer. Doch mit den Jahren würdigte er mehr und mehr die Erfolge als Leistungen der Apple-Mannschaft. Er stand auf der Bühne im Mittelpunkt, aber immer häufiger traten andere mit ihm auf den Keynotes auf. Der Designer Jonathan Ive war einer von ihnen.

Woran viele große Anführer scheitern – ihm ist es gelungen. Nach seinem Tod zweifelten viele an Apples Zukunft. Aber sie lagen falsch. Steve Jobs hatte sein Haus bestellt.

Er hat uns damals in Paris vor mehr als 20 Jahren begeistert mit MacOS Jaguar, aufspringenden Ordnern, iChat, QuickTime und all’ den anderen Innovationen. Wir haben an seinen Lippen gehangen und mit den anderen im Saal aus vollem Herzen gejubelt und applaudiert. Es war uns eine Ehre, ihn persönlich zu erleben – den Mann, der Apple war.