Danke, Steve!

von

„Denn die, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, sind die, die es tun.“ Steve Jobs sah sich als einer dieser Menschen, die die Apple-Werbekampagne „Think different“ beschrieb – kurz nach seiner Rückkehr in die von ihm gegründete Firma, an deren Zukunft damals, 1997, niemand mehr glaubte. Jobs hat sie zu neuem Glanz geführt – im Zeichen von iMac, iPod, iPhone und iPad.

In seinen legendären Präsentationen („Keynotes“), zu denen Apple-Fans wie zu einem Wallfahrtsort pilgerten, beschwor der Meister der Inszenierung immer wieder seine Vision des „Computers für den Rest von uns“. Sie trieb Jobs an, seit er 1976 mit Steve Wozniak und Ronald Wayne in der Garage seiner Adoptiveltern den Apple I zusammengelötet hatte. Das Startkapital der Firma: ein altersschwacher VW-Bus, der für die benötigten Bauteile verkauft wurde.

Mit dem ein Jahr später vorgestellten Apple II kam der kommerzielle Erfolg, 1980 der Börsengang. Studienabbrecher Jobs („Das meiste, was man in der Schule lernt, ist völlig nutzlos.“) war endgültig der Liebling der Medien.

Ein Besuch im Forschungszentrum Palo Alto Research Center (PARC) des Kopiererherstellers Xerox inspirierte den nächsten Schritt: Der Macintosh verhalf dem Konzept der grafischen Benutzeroberfläche und der Maus zum Durchbruch.

Unbeirrbar hatte der Perfektionist Jobs das Konzept bis in die Details entworfen – seinem Motto folgend „Meistens wissen die Leute nicht, was sie wollen, bis man ihnen es zeigt.“ Die Rolle der eigentlichen Entwickler wie Jef Raskin und Bill Atkinson trat demgegenüber in den Hintergrund – der geniale Verkäufer überstrahlte sie und überwarf sich mit vielen, sogar mit seinem Jugendfreund Wozniak.

Seine Starrköpfigkeit verursachte 1985 den Bruch mit Apple. Jobs ging fortan eigene Wege: Erfolgreich mit dem Animationsfilmstudio Pixar („Toy Story“) – erfolglos mit NeXT-Computer.

Seine Niederlagen hat der Milliardär in Jeans und Rollkragen-Pullover weggesteckt und nach seiner Rückkehr zu Apple einen ständigen Triumph gefeiert: „Design ist, wie etwas funktioniert.“ – die „i-Familie“ hat die Branche geprägt, Computer-, Musik- und Mobilfunkmarkt umgekrempelt. Sein Lebensweg, nicht zuletzt seine Krankheit, haben Jobs reifen lassen, bescheidener gemacht. Als er 2000 wieder dauerhaft Chef von Apple wurde, dankte er zum ersten Mal im „Namen der Mannschaft“.

Die Crew mit dem neuen Kapitän Tim Cook tritt ein gewaltiges Erbe an. Die Firma mit dem angebissenen Apfel ohne Steve Jobs – für viele Fans ist das noch immer unvorstellbar.